Warum ich gern mal neben mir stehe

Selbstbetrachtung im Spiegel

Ich sehe, wie die Straßenbahn an mir vorüberfährt.

Da ich nicht auf die nächste warten möchte, entscheide ich, nach Hause zu laufen.

Es ist 22.30 Uhr an einem Montag. Ich bin etwas müde, aber zufrieden.

Das Geschäftstreffen bei einem Kollegen hat doch länger gedauert, als geplant. Spontan war ich noch zum Abendessen geblieben und habe ein Gläschen Wein mitgetrunken.

Mein Kopf ist frei. Alle Probleme und negativen Gedanken erscheinen nicht mehr als so schlimm, wie noch vor ein paar Stunden.

Entspannt – Enthemmt – Erleichtert

Das Gefühl hält auch am nächsten Morgen an. Es war also nicht der Wein allein, der den Perspektivwechsel hervorrief. Vielmehr war es das mehr oder weniger spontane Ausbrechen aus meiner täglichen Routine, das mich meine berufliche Situation und den damit verbunden Arbeitsdruck in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Irgendwie passiert es manchmal, dass ich mich in meinen Gedankengängen verliere und mir durch permanentes Planen und Hinterfragen meiner Tätigkeiten, das Leben verkompliziere. Dabei kann schon mal das Wesentliche aus dem Blick geraten. Da hilft nur eines:

Resetknopf drücken.
Kopf herunterfahren.
System neu starten.
Ziel und Wege neu erstellen.

Doch das ist leichter gesagt, als getan.

Bin ich ein Hamster?

Im Kreislauf der täglichen Aufgaben scheint dafür selten Zeit.

Aufstehen.
Das Tagesziel und die Aufgaben planen
Kinder anziehen.
Frühstücken.
Kinder zur KiTa bringen.
So viele der selbstgestellten Aufgaben abarbeiten, wie möglich ist.
Familienzeit
Abendbrot machen.
Kinder ins Bett.
Hausarbeit erledigen
Tag (möglichst sinnvoll) ausklingen lassen.

Diese Routine zu durchbrechen ist nicht immer leicht. Denn eigentlich ist doch alles gut so.

Alles läuft, wie immer.

Es ist bequem.

Alles andere bedeutet zusätzliche Anstrengung.

Stress.

Allerdings kann dies auf Dauer schädlich sein. Schädlich für das Familienleben. Schädlich für die Beziehung zum Partner. Schädlich für das eigene Business.

Frei im Tun = Frei im Denken

Darum versuche ich meiner Frau ihre Freiheit im eigenen Wollen und Tun zu gönnen. Genau wie sie es mir ermöglicht, dass ich mich auch mal abends mit Kollegen oder Freunden treffen kann.
Auch versuchen wir es, beispielsweise am Wochenende, mit den Schlafens- und Essenszeiten gerade bei der größeren Tochter nicht so genau zu nehmen. Im Sommer bleiben wir abends bei Freunden auch mal etwas länger und gönnen den Kindern die zusätzliche Spielzeit. Struktur und Routine sind unserer Meinung nach für Kinder wichtig,  allerdings sehen wir dies nicht als unumstößliches Gesetz an.

Ich stehe gern mal neben mir

Genau so versuche ich, die eigene Planung des täglichen Business nicht als streng verbindliche Vorgabe zu sehen. Ziele und Pläne sind wichtig und richtig, doch von Zeit zu Zeit scheint es ebenso wichtig zu sein, das eigene Handel zu durchkreuzen, die tägliche bzw. wöchentliche Routine zu durchbrechen und sich entspannt neben sich zu stellen. Und plötzlich ist Alles wieder klarer.

Ich denke, plane und übe weiter.

Papapreneur Lars

 

 

 

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